Datum und Uhrzeit:
Dienstag, 21. April 2026, ab 19 Uhr
Veranstaltungsort:
Saal Martinů, Musikfakultät der AMU Prag (HAMU, Liechsteinpalais)
Malostranské nám. 13, Praha 1


Programm
- Viktor Ullmann (1898-1944): Streichquartett Nr. 3
- Pavel Haas (1899-1944): Bläserquintett op. 10
- Rudolf Karel (1880-1945): Nonett
Mitwirkende
- Fama Q (CZ) – Streichquartett
- Kalabis Quintet (CZ) – Bläserquintett
Das Eröffnungskonzert des Festivals im repräsentativen Ambiente eines der schönsten neoklassizistischen Konzertsäle Prags präsentiert quasi verdichtet das einzigartige dramaturgische Konzept dieses Musikereignisses: Unter der künstlerischen „Ägide“ von Viktor Ullmann, einem der renommiertesten Meister der Musik des 20. Jahrhunderts, möchten die Organisatoren dem Publikum wiederentdeckte Werke zu Unrecht vergessener Komponisten der Zwischenkriegszeit in der Tschechoslowakei vorstellen, die überwiegend Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden. Die Festivaldramaturgie greift jedoch auch in die Nachkriegszeit, bis in die musikalische Gegenwart. Und das alles in attraktiven Instrumentalbesetzungen.
Nachdem Ullmanns Streichquartett und Haas’ Bläserquintett auf tschechischen Bühnen und durch CD-Einspielungen bereits zu einem gewissen Grad bekannt geworden sind, wird die wichtigste Entdeckung dieses Konzerts das „Nonett“ von Rudolf Karel darstellen, dem letzten Schüler Antonín Dvořáks, einem namhaften tschechoslowakischen Komponisten der 1920er und 1930er Jahre. Er starb im März 1945 in der Kleinen Festung Theresienstadt als ein tschechoslowakischer Widerstandskämpfer gegen die Nazibesetzung des Landes. Karels Name und sein Werk verschwanden jedoch nach dem Krieg aus verschiedenen Gründen nach und nach aus dem heimischen Musikleben. Das Bläser-Streicher-Nonett ist seine letzte Komposition, die er noch in der Zelle im Pankrác-Gefängnis, kurz vor seinem Endtransport in die Kleine Festung Theresienstadt , unter unvorstellbaren Bedingungen geschaffen hatte. Das Werk war, außer ein paar Nachkriegsaufführungen, seit vielen Jahren nicht mehr auf tschechischen Konzertbühnen präsent.
Über die Mitwirkende
Fama Q – Streichquartett

zählt aktuell zu den besten tschechischen Streichquartetten. Seine Mitglieder gehören führenden tschechischen Orchestern an, sie sind aber auch durch die Begeisterung für Kammer- und Quartettmusik verbunden. Das Quartett widmet sich regelmäßig Werken zeitgenössischer Komponisten, sowohl moderner Klassiker des 20. Jahrhunderts als auch gegenwärtiger tschechischer und internationaler Komponisten. Auch Uraufführungen von Kompositionen junger tschechischer und ausländischer Komponisten gehören zum Repertoire des Ensembles. Dennoch vernachlässigt das Fama Q auch das traditionelle Quartettrepertoire nicht. In der letzten Ausgabe des Festivals 2024 präsentierte das Quartett ein exzellentes Konzert mit anspruchsvollen Werken aus der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert.
Kalabis Quintet – Bläserquintett

ist ein 2012 an der Prager Musikakademie (HAMU) gegründetes Damenbläserquintett. Der Name des Ensembles stellt eine Ehrung für den Komponisten Viktor Kalabis dar – das Quintett wählte ihn nach dem Gewinn des Viktor-Kalabis-Preises in Semmering (Österreich) mit Zustimmung seiner Frau, der Cembalistin Zuzana Růžičková. Seitdem hat sich das Kalabis Quintett als eines der führenden tschechischen Kammerensembles für zeitgenössische Musik etabliert. Es wurde mit zahlreichen renommierten Preisen ausgezeichnet und tritt regelmäßig auf bedeutenden Musikbühnen im In- und Ausland auf. Bei ULLMANN- FEIERLICHKEITEN treten die jungen Künstlerinnen zum ersten Mal auf.